Schimpansen

Alfons und Lutz

Schimpanse Lutz Tiergarten Straubing

In Deutschland gibt es keine bindende Vorgabe

wie Schimpansen in einem Zoo gehalten werden dürfen. Wir als Tierrechtsverein lehnen ohnehin eine "Haltung" von Schimpansen ab. Die Vorgabe kann nur sein, die derzeitige Situation für die vorhandenen Schimpansen zu verbessern und in Zukunft auf die Zurschaustellung der Tiere in einem Zoo gänzlich zu verzichten.

Aus Mangel an Vorgaben wird immer wieder das Gutachten zur Haltung von Säugetieren aus dem Jahr 1996 herangezogen. Diese Richtlinie ist weitgehendst aus tierschützerischer Sicht abzulehnen. In vielen Zoos, auch im Tiergarten Straubing, werden selbst diese "Mindestanforderungen" erheblich unterschritten.

Zoos, die nachfolgende Bedingungen nicht erfüllen können, sollten die Tiere abgeben, an einen Ort an dem wenigstens folgende Vorgaben gewährleistet sind:

Aussengehege von mindestens 400 qm, für bis zu vier Tiere.
Innengehege von mindestens 200 qm für bis zu vier Tiere.
Raumhöhe mindestens 6 Meter.
Ungehinderter Zugang zur Aussenanlage.
Raumluft-, Licht- und Temperaturkontrolle.
Innenausstattung mit mehreren Ebenen, Kletter- Sitzmöglichkeiten.
Nischen als Schlafplatz.
Sichtschutz für alle Tiere.
Aussenanlage mit natürlichem Bewuchs, Totholz, Seile, Klettergerüste, Regen- und Sichtschutz.
Wassergraben abgesichert.
Fachlich qualifiziertes, geschultes Personal.
Wochend- Feiertagsdienstplan für das Personal.
Ernährungsplan, Fütterung dreimal täglich.
Zugang zu Frischwasser jederzeit.
Gruppenhaltung ab vier Tiere. Keine Einzel- bzw. Paarhaltung.
Aufbau einer sozial intakten Gruppe durch Überwachung von Fachleuten.
Tierärztliche Versorgung durch einen qualifizierten Tierarzt.
Geburtenkontrolle

Der Tiergarten Straubing erfüllt keine einzige dieser Vorgaben. Die jahrelange Isolation und Tierquälerei hat deutliche Spuren bei den Tieren hinterlassen. Durch die Abgabe von Sebastian nach Halle, hat sich die Situation für die verbliebenen Schimpansen Alfons und Lutz ein wenig entspannt. Auch durch unsere Kritik schenkt man den Tieren nun etwas mehr Aufmerksamkeit und sie werden nicht mehr so vernachlässigt, wie in den vergangenen Jahren. Dennoch ist die Zurschaustellung der Tiere, die Gefangenhaltung und die damit verbundene Isolation abzulehnen.

Es geht uns darum diese als Tierliebe getarnten Morde zu entlarven. “Man kann einen Menschen mit seiner Wohnung ebenso erschlagen, wie mit einer Axt” sagte Brecht über trostlose Arbeiterquartiere. Und man kann einen Delfin mit einem Bassin ebenso ermorden, wie mit einer Harpune, einen Tiger mit einem Käfig ebenso, wie mit einem Jagdgewehr. Es dauert nur viel, viel länger.

Dies trifft auf Schimpansen genau so zu und Schimpansen leiden in Isolation und Gefangenschaft enorm. Dabei sind die Leiden der Tiere erkennbar, wenn man sich nur eine halbe Stunde in das Leben eines Schimpansen einfühlt, der in ständiger Bewegungslosigkeit und Eintönigkeit verharren muss, in das Leben eines Tigers, der lebenslang am Maschendrahtzaun seines wohnzimmergroßen Gefängnisses auf und ablaufen muss und dessen Leiden nichts sind als Gleichförmigkeit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.

Das Dasein der Tiere im Tiergarten Straubing ist auf das bloße biologische Überleben reduziert und nur noch die elementarsten Bedürfnisse wie Nahrungsaufnahme werden befriedigt. Ist es Unwissenheit, Ignoranz, Vergnügungssucht oder Mangel an Freizeitangeboten warum Menschen die Gefangenhaltung der Schimpansen und die damit verbundenen Leiden der Tiere nicht als Unrecht wahrhaben wollen?

Die Tiergartenbetreiber tun natürlich alles um die Besucher über ihre wahren Interessen zu täuschen. Die wesentliche Zielgruppe sind Kinder, da diese die Situation nicht beurteilen können und Eltern, mangels Freizeitbeschäftigung, Desinteresse und Informationsmangel glauben, mit ihren Kindern einen netten Tag zu erleben. Die meisten Besucher verbringen mit ihren Kindern auch den größten Teil ihrer Zeit deshalb auf dem Spielplatz. Die Situation und das erbärmliche Schicksal der Tiere, darüber machen sich die Besucher des Tiergartens keine Gedanken. Tatsächlich aber müssten Eltern ihren Kindern erklären, dass die hier ausgestellten Tiere dem Kommerz geopfert und die Schimpansen hier in einer vollkommen unnatürlichen Situation und Umgebung gefangen gehalten werden.

Brand im Schimpansenhaus

Tiergarten Straubing Brand im Schimpansenhaus

Totalschaden hätten sie gerne gehabt

lediglich die Holzverkleidung im Aussenbereich brannte

Am 20.06.2012 ist das Affenhaus des Zoos in Brand geraten. Die beiden Schimpansen Lutz (19 Jahre) und Alfons (20) sind laut Zoodirektor Wolfgang Peter wieder auf dem Weg der Besserung. Ein Tierarzt kümmerte sich um deren Verletzungen. Hauptsächlich erlitten die Tiere Rauchvergiftungen. Entgegen erster Meldungen der Polizei wurde keiner der Affen schwerer verletzt. Personen waren nicht in Gefahr. Der Sachschaden beläuft sich laut Polizei auf rund 250.000 Euro

Die Alarmierung erfolgte um 7.37 Uhr. Als die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst im Tiergarten ankamen, brannte die äußere Holzverkleidung des Affengeheges bereits lichterloh, wodurch sich viel Rauch entwickelte. Durch das Feuer wurde die komplette Elektrik des Gebäudes zerstört.

Der Feuerwehreinsatz wurde dadurch erschwert, dass sich unter dem Affenhaus ein Gastank befindet, der von der Feuerwehr besonders abgesichert werden musste. Letztendlich gelang den Einsatzkräften jedoch eine rasche und erfolgreiche Brandbekämpfung.

"Den Affen, die seit 1996 in Straubing leben, geht es mittlerweile den Umständen entsprechend besser", sagte Zooleiter Peter auf Anfrage. Nachdem die Feuerwehr den Brand gelöscht hatte, wurden alle Tore und Dachfenster des Affenhauses geöffnet, um das Gebäude durchzulüften. Die Affen wurden anfangs noch im Gebäude vom Tierarzt des Zoos versorgt, sollten aber schnellstmöglich in ein Außengehege gebracht werden.

Die Kripo Straubing hat die Ermittlungen zur genauen Brandursache übernommen. Der laufende Betrieb des Tiergartens ist derweil kaum gestört. "Nur das Schimpansengehege ist abgesperrt", so Peter.

Tiergarten Straubing Brand im Schimpansenhaus

Anmerkung:
Der geschätzte Sachschaden ist deutlich zu hoch. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Da stellt sich doch unweigerlich die Frage: Wem nützte der Brand?

(Relatives) Happy End für Sebastian

27.05.2010
Nach jahrelanger Isolationshaltung im Tiergarten Straubing hat Schimpanse Sebastian (35) nun das "Große Los" gezogen. Er durfte von Straubing weg in das neue Primatenhaus des Zoologischen Gartens Halle a. d. Saale umsiedeln, wo er in der Schimpansendame Bangi (36) - erstmalig in seinem Leben - eine Partnerin fand. Obgleich es seitens des Straubinger Tiergartens und Schlachthofveterinär Abele immer geheißen hatte, Sebastian sei "unsozial" und "hochaggressiv", könne also nur isoliert gehalten und unter keinen Umständen mit anderen Schimpansen vergesellschaftet werden, klappte die Zusammenführung mit Bangi völlig reibungslos. Die beiden waren auf Anhieb voneinander begeistert und sind seither "ein Herz und eine Seele". Nur aufgrund unserer vielfältigen Proteste wurde Sebastian letztendlich umgesiedelt.

Schimpanse Sebastian und Bangi im Zoo Halle

Bild anklicken

zum Video von Sebastian und Bangi in Halle

Tiergartenleiter Peter vom Saulus zum Paulus?

Tiergartenleiter Peter

Pfeile, Augen, Träne wurden einkopiert

um den geschriebenen Unsinn zu verdeutlichen

06.07.2009
So geht´s auch. Jahrelang Schimpansen vernachlässigen, quälen, in den Wahnsinn treiben und sich dann als Auffangstation für misshandelte Schimpansen bezeichnen.

Am 2./3./4. Juli 2009 wurde an dem Schimpansengehege eine neue Tierbeschreibung angebracht. Was ist passiert? Sollte dies etwas zu tun haben mit der Sendung im BR / Kontrovers vom 05.07.09? Sogar das Innengehege wurde hergerichtet und die Wände mit Blättern bemalt. Die "Geschichte" von Sebastian ist auch neu, aber klingt doch ganz gut. Die Isolationshaft ist auch nicht so tragisch, Sebastian kann ja seine Leidensgenossen, Lutz und Alfons, durch die Gitterstäbe "berühren". Trotz der angeblichen Streitereien mit ihnen. Den letzten Satz braucht man eigentlich nicht mehr kommentieren oder hat hier Tiergartenleiter Peter nur seine Träume zu Papier gebracht?

Presseartikel vom 21.02.2009

Schlachthofveterinär Abele Bericht im Straubinger Tagblatt

Bericht lesen

Unwissenheit und Ignoranz von Schlachthofveterinär Abele

Die Presse will die Tierquälereien im Tiergarten Straubing einfach nicht wahrhaben und der leitende Veterinär schaut weg. Das Geschäft läuft wie gehabt und Arbeit entsteht auch nicht. Zum Lesen des Artikels bitte Bild anklicken.

Entgegen den Behauptungen von Schlachthofveterinär Abele (im Bild) ist Schimpanse Sebastian sehr verträglich. Nach seiner Umsiedlung nach Halle verstand er sich auf Anhieb mit seiner Gefährtin Bangi und war friedlich und liebevoll ihr gegenüber.

Leserbericht aus Halle:
...er macht einen sehr vergnügten Eindruck, interessiert sich für alles was außerhalb seines Geheges vor sich geht. Von Bangi wird er auffällig dominiert - wenn’s was zu Essen gibt, ist sie immer vorne dran und drängt ihn dann mit Geschrei zur Seite -, was ihm aber nichts auszumachen scheint: er wartet ruhig, bis sie mit vollen Händen abgezogen ist und holt sich dann seinen Anteil.