Wo sind die Makaken?

13.05.2009

Der Tiergarten Straubing renovierte fast 15 Monate die heruntergekommene Makakenanlage. Im Februar 2009 wurde diese weitgehendst fertiggestellt. Bereits vor Fertigstellung der Anlage, seit dem 3.Quartal 2008, sind nun alle 13 Makaken verschwunden. Im Tiergarten Straubing gibt es derzeit keine Makaken mehr. Angeblich wurden diese erst nach Spanien verfrachtet und kamen kurze Zeit später nach Berlin (oder umgekehrt). Der Zoo Berlin gab zur gleichen Zeit 43 Makaken nach Spanien ab. Es ist nicht auszuschließen, dass hier ein Zusammenhang besteht. In der neu renovierten Makakenanlage wurden vier neu gekaufte Kattas untergebracht. Wir haben eine Anfrage an die Stadt Straubing Herrn Oberbürgermeister Markus Pannermayr und die Stadträte gestellt.

Die Antwort der Stadt Straubing:
Die Tiere wurden in den Zoo Berlin verbracht.
Mit dem Zoo Berlin ist keine Kontrolle über den weiteren Verbleib der Tiere vereinbart.


Anmerkung:
Unseren Informationen nach wurden die Tiere zusammen mit anderen Makaken nach Spanien abgegeben. Was dort letztendlich geschehen ist, lässt sich nicht nachvollziehen. Dem Tiergarten Straubing ist das Schicksal der Makaken jedenfalls egal. Makake Kasimir war u.a. das Patentier der SPD. Auch denen ist der Verbleib ihres Patentieres egal.

Bericht siehe unten?

Wo sind die Makaken?

Februar 2008

Handel mit Zootieren

Oktober 2008
Grünen-Politikerin Hämmerling erhebt wieder Vorwürfe gegen Zoo-Chef Blaszkiewitz

Der Streit geht in eine neue Runde, und der Ton wird schärfer. Die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling erhebt wieder Vorwürfe gegen Zoo- und Tierpark-Direktor Bernhard Blaszkiewitz, sie bezichtigt ihn sogar der Lüge. So verkaufe er weiterhin Tiere an Tierhändler Werner Bode aus Bad Bentheim. "Blaszkiewitz hat gesagt, Bode sei nur als Transporteur tätig. Aber der Tierhandel ist nicht beendet."

Hämmerling sieht den Senat in der Pflicht, weil Zoo und Tierpark jährlich mehrere Millionen Euro an Zuwendungen erhalten. Sie fordert einen Nachweis über abgegebene Tiere und schlägt eine Dokumentation im Internet vor.

Hämmerlings neues Fallbeispiel: Im August 2008 sollen 43 Japanmakaken, eine Affenart, aus Zoo und Tierpark zu einem Stückpreis von 650 Euro nach Spanien geliefert worden sein - an eine Adresse in einem Gewerbegebiet, sagt Hämmerling. Es sei offen, ob die Tiere angekommen seien. Tiere dürfen nach dem Kodex der Weltzoovereinigung Waza nur an verantwortungsvolle Zoos abgegeben werden. "Das ist hier in keiner Weise gewährleistet." Zudem habe Bode seit 2006 keine Konzession mehr zum Handel von Zootieren, sondern nur eine Transportgenehmigung.

Zoo-Direktor Blaszkiewitz verwahrt sich dagegen, als Lügner bezichtigt zu werden. "Ich habe vor dem Fachausschuss auf die langjährige gute Zusammenarbeit mit Werner Bode hingewiesen und nicht gesagt, dass ich sie beende."

Blaszkiewitz erklärte, Bode habe im August 43 Makaken im Zoo abgeholt und nach Holland zu Tierhändler Frank Janssen gebracht, der sie nach Spanien gefahren hätte. "Es ging uns bei der Abgabe um Tiergartenbiologie", sagt Blaszkiewitz. "Wir halten diese Affenart noch im Tierpark und haben so im Zoo Platz für Bärenmakaken gewonnen." Blaszkiewitz betont, dass er die Makaken verschenkt habe. Bode könnte von jemand anderem Geld für eine Vermittlung erhalten haben. Tiertransporte werden von den Ankunftszoos bezahlt.

Blaszkiewitz sagte, er halte den Zoo De Castellar de la Frontera für seriös, er habe sich die Registernummer geben lassen (No. 5154 Andaluz, Ch 312). Sie weise den Zoo als öffentliche Parkanlage aus. Zudem sei ihm am 15. August die Ankunft der Tiere gemeldet worden.

Auf eine Anfrage dieser Zeitung bestätigte gestern Biologe Alberto Ovidio vom Zoo De Castellar, dass er am 14. August dieses Jahres 43 Affen aus Berlin erhalten habe: 24 Männchen und 19 Weibchen. Einige seien gestorben, andere würden zur Zucht an weitere Zoos in Spanien gegeben.

Hämmerling wiederholte gestern ihren Vorwurf, dass das Schicksal zweier sibirischer Tiger aus dem Tierpark ungeklärt sei. Sie wurden dem Jahresbericht 2002 zufolge an das Breeding Center of Felids im chinesischen Hengdachezi gebracht. Doch Irina Sprotte vom Bundesamt für Naturschutz sagte gestern: "Das Bundesamt für Naturschutz hat keine Ausfuhrgenehmigungen für den Tierpark Berlin für im März 2001 geborene Tiger erteilt." Blaszkiewitz beharrt auf dem Gegenteil: "Wir hatten die notwendigen Bescheinigungen."

Hämmerling bekannte: "Meine Möglichkeiten sind erschöpft." Sie forderte erneut ein Konzept, wonach Zoo und Tierpark weniger Tiere zeigen und ausgewählter züchten sollen. So wurde kürzlich Giraffennachwuchs Ulla eingeschläfert. Diagnose: Polyarthritis. "Das kann eine Folge von Inzucht sein", sagt Hämmerling, denn Ullas Vater war auch ihr Großvater. Tierpark-Tierarzt Günter Strauss vermutet als Auslöser einen Infekt oder eine Stoffwechselstörung.

Thomas Ziolko von der Fördergemeinschaft von Zoo und Tierpark sprach von "Hasstiraden" und forderte Hämmerling auf, ihr Mandat niederzulegen. Tierhandel sei eine Grundlage des Artenschutzes und nötig, um das Aussterben ganzer Tierarten zu verhindern.